Gridfinity-Tray in 60 Sekunden erstellen: Vom Foto zum fertigen 3MF (ohne CAD)
Vom Foto zum druckfertigen Tray in unter einer Minute
Wer schon einmal versucht hat, einen eigenen Gridfinity-Einsatz in Fusion 360 oder Tinkercad zu konstruieren, kennt das Problem: Der Workflow frisst einen ganzen Abend. Jedes Werkzeug vermessen. Jede Tasche skizzieren. Toleranzen anpassen. Exportieren. Feststellen, dass die Maße nicht stimmen. Von vorn anfangen.
GridPilot verkürzt diesen kompletten Prozess auf ein einziges Foto und drei Klicks. Diese Anleitung zeigt den genauen Weg vom Handyfoto deiner Werkzeuge bis zum druckfertigen 3MF – von Anfang bis Ende in unter 60 Sekunden.
Was du brauchst
Nur zwei Dinge:
- Ein Handy, Tablet oder Laptop mit Kamera (oder ein bereits vorhandenes Foto)
- Die Werkzeuge oder Kleinteile, die du organisieren willst, flach ausgelegt
Das war es schon. Keine CAD-Software, kein Messschieber, kein Plugin. GridPilot läuft direkt im Browser auf gridpilot.us.
Schritt 1: Teile auslegen und ein Foto machen
Lege die Teile auf eine ebene Fläche – Werkbank, ein Stück Karton, der Fußboden, Hauptsache mit etwas Kontrast zu deinen Werkzeugen. Das klassische Beispiel: Nusskasten auskippen und die Nüsse ungefähr in der Reihenfolge anordnen, in der sie später in der Schublade liegen sollen.
Stell dich direkt über die Anordnung und mach ein Foto senkrecht von oben. Die Handykamera reicht völlig. Du brauchst kein Stativ, kein perfektes Licht und kein Lineal im Bild – die Skalierung übernimmt die KI automatisch über das Gridfinity-Raster, das du später auswählst.
Ein paar Tipps für bessere Ergebnisse:
- Bei Tageslicht oder unter einer hellen Deckenlampe fotografieren – harte Seitenschatten vermeiden
- Zwischen den Teilen 5–10 mm Abstand lassen, damit die KI die Kanten sauber erkennt
- Einen Untergrund mit Kontrast wählen – dunkle Matte unter glänzendem Werkzeug, helle Fläche unter dunklem Kunststoff
Schritt 2: Foto bei GridPilot hochladen
Öffne gridpilot.us/project/new und zieh dein Foto in den Upload-Bereich. Alternativ kannst du die Datei per Klick auswählen oder das Bild aus der Zwischenablage einfügen. Die üblichen Handyformate (HEIC, JPG, PNG) funktionieren ohne Konvertierung.
Beim ersten Upload stellt GridPilot zwei kurze Fragen:
- Schubladen- oder Behältermaße – das Innenmaß des Platzes, in den der Einsatz passen soll. Das legt die Gesamtgröße fest.
- Gridfinity-Rastergröße – das Standardraster mit 42 mm ist vorausgewählt. Ändere es nur, wenn du ein abweichendes System nutzt.
Klick auf „Generate“, und die KI legt los: Sie erkennt jedes Teil im Foto, legt eine passgenaue Tasche darum und richtet das gesamte Layout am Gridfinity-Raster aus – dein Tray entsteht also in echten Gridfinity-Einheiten.
Schritt 3: Layout prüfen und 3MF herunterladen
Nach wenigen Sekunden siehst du eine 3D-Vorschau deines Trays. Jede Tasche ist auf das erkannte Teil zugeschnitten, mit etwas Spielraum, damit alles sauber hineinfällt und sich leicht entnehmen lässt. Die Grundfläche rastet auf ganze Gridfinity-Einheiten ein (1x1, 2x3, 4x5 usw.) und passt damit auf jede Standard-Baseplate.
Wenn etwas nicht stimmt – eine Tasche zu eng, zwei Teile zusammengefasst, ein Leerfach fehlt – kannst du Taschen direkt in der Vorschau verschieben, skalieren oder löschen. CAD-Kenntnisse brauchst du dafür nicht; die Bedienung fühlt sich an wie das Verschieben von App-Icons auf dem Homescreen.
Passt alles, klick auf „Download 3MF“. Die Datei ist druckfertig: in Bambu Studio, OrcaSlicer, PrusaSlicer oder Cura öffnen, mit deinem normalen Gridfinity-Profil slicen und ab auf den Drucker.
Wie die 60 Sekunden konkret aussehen
So sieht der realistische Ablauf aus, sobald die Teile ausgelegt sind:
- 0:00–0:08 – gridpilot.us öffnen, „New Project“ klicken, Foto hineinziehen
- 0:08–0:15 – Schubladenmaße und Rastergröße bestätigen
- 0:15–0:35 – die KI verarbeitet das Foto und erzeugt das Layout
- 0:35–0:50 – kurz prüfen, bei Bedarf Taschen anpassen
- 0:50–0:60 – herunterladen und im Slicer öffnen
Ab dann läuft die Zeit des Druckers – aber die Konstruktion ist erledigt.
Warum das schneller ist als CAD
Für einmalige Organizer ist CAD schlicht zu viel Aufwand. Der Wert eines individuellen Gridfinity-Trays liegt darin, dass er exakt zu den Teilen passt, die du jetzt gerade besitzt – deine Nüsse, deine Inbusschlüssel, dein Messschieber, genau dein Bohrer-Set. Parametrische Flexibilität brauchst du nicht für etwas, das du einmal druckst und jahrelang benutzt.
GridPilot ist genau für diesen Fall gebaut: Layout fotografieren, Geometrie generieren, drucken. Und wenn du iterieren willst, machst du einfach ein neues Foto und generierst neu – das geht meist schneller, als in CAD an Skizzenmaßen zu drehen.
Probier es selbst
Leg das nächste Set Werkzeuge aus, das du organisieren willst, mach ein Foto und geh die drei Schritte oben durch. Die meisten bekommen schon beim ersten Versuch ein brauchbares 3MF – der Rest beim zweiten, nach etwas besserem Licht oder mehr Abstand zwischen den Teilen.
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